Sommerreifen im Winter – das ist wichtig

Darf man im Winter mit Sommerreifen fahren? Viele Autofahrer können es kaum erwarten: Sind im Frühjahr die ersten Nächte frostfrei, steigen sie auf Sommerreifen um. Doch das kann zu früh sein. Wie lange Winterreifen Pflicht sind, warum ein zu früher Wechsel von Winter- auf Sommerreifen gefährlich ist und was passiert, wenn man mit Sommerreifen im Winter erwischt wird, erfahren Sie hier.

Ab wann braucht man Winterreifen?

Mit Sommerreifen im Winter zu fahren, ist nicht nur fahrlässig, sondern in Deutschland auch verboten. Sommerreifen bei Minusgraden und glatten Straßen stellen ein großes Risiko dar. Es gibt zwar kein fixes Datum für den Reifenwechsel – das Gesetz in Deutschland schreibt seit 2010 jedoch eine situative Winterreifenpflicht vor. Das bedeutet: Bei Schnee, Matsch, Eis oder Reif auf der Straße müssen Verkehrsteilnehmer ihre Autoreifen an die winterlichen Verhältnisse anpassen.

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) müssen bei winterlichen Straßenverhältnissen Winterreifen oder Allwetterreifen im Winter aufgezogen werden – und das auf allen vier Rädern. Der Grund: Winterreifen sind sicherer, da ihre Fahreigenschaften optimal an winterliche Straßenverhältnisse angepasst sind.

Ab welchen Temperaturen sind Winterreifen angebracht?

Was den Zeitraum der Winterreifenpflicht in Deutschland angeht, orientieren sich viele Autofahrer an der Faustregel „von O bis O“ und fahren von Oktober bis Ostern mit Winterpneus. Doch gerade in höheren gelegenen Gegenden sollte man sich nicht zu sehr auf den Kalender verlassen. Hier kann es auch Ende April noch schneien und glatt werden. Erreichen die Temperaturen auch tagsüber nicht mehr als sieben Grad, muss nachts noch mit Frost gerechnet werden. Mit dem Wechsel auf Sommerreifen sollte man sich dann noch etwas Zeit lassen.

Die Unterschiede zwischen Winter- und Sommerreifen

Winter- und Sommerreifen unterscheiden sich vor allem durch die Gummimischung und das Reifenprofil. Bei Winterreifen besteht das Profil aus vielen Lamellen, die sich mit dem Untergrund aus Eis und Schnee verzahnen. Dadurch verbessert sich die Traktion, also die Zugkraft, mit der das Fahrzeug zum Beispiel auf lockerem Schnee beschleunigt wird. Die weiche Gummimischung mit einem hohen Anteil an Naturkautschuk garantiert einen guten Grip auf schneebedeckter Fahrbahn. Zudem wird das Gummi selbst bei niedrigen Temperaturen nicht brüchig.

Das können Sommerreifen im Winter nicht leisten. Auf schneeglatten Straßen drehen sie schon beim Anfahren durch. In Kurven und beim Bremsen gerät das Fahrzeug schnell ins Rutschen. Sommerreifen sind härter und kommen deshalb mit nassen und trockenen Straßenverhältnissen besser klar. Bei Regen verdrängen sie das Wasser optimal und haben einen kürzeren Bremsweg als Winterreifen.

Tipp: Sobald die Temperaturen im Frühjahr auch nachts und morgens dauerhaft über null Grad steigen, sollte von Winter- auf Sommerreifen gewechselt werden. Winterreifen im Sommer haben übrigens einen längeren Bremsweg, einen höheren Verschleiß und verbrauchen mehr Treibstoff.

Sommerreifen im Winter

Welche Strafen drohen bei Sommerreifen im Winter?

Mit diesen Sanktionen müssen Autofahrer rechnen, wenn sie sich nicht an das Gesetz rund um die situative Winterreifenpflicht halten:

  • Wer in eine Polizeikontrolle gerät und auf schneebedeckter Straße mit Sommerreifen unterwegs ist, muss 60 Euro Strafe zahlen. Außerdem erhält er oder sie einen Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg.
  • Kommt es zusätzlich zu einer Verkehrsbehinderung, sind 80 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig.
  • Werden andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, muss man mit einem Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.
  • Wird mit Sommerreifen auf winterlicher Straße sogar ein Unfall verursacht, kostet das 120 Euro und es gibt einen Punkt in Flensburg.

Gut zu wissen: Nicht nur der Fahrer muss sich verantworten, wenn er mit Sommerreifen im Winter in eine Polizeikontrolle gerät. Auch dem Halter des Fahrzeugs droht ein Bußgeld, wenn er zulässt, dass im Winter mit Sommerpneus gefahren wird.

Sommerreifen im Winter: Strafe in der Probezeit

Fahranfänger in der Probezeit sollten sich zwei Jahre keine Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung erlauben. Ist ein Fahranfänger mit Sommerreifen im Winter unterwegs, handelt es sich um einen sogenannten B-Verstoß

Wird der Fahranfänger von der Polizei angehalten, ist ein Bußgeld von 60 Euro fällig. Bei einem einzelnen B-Verstoß sind jedoch keine Auswirkungen auf Maßnahmen in der Probezeit zu erwarten. Erst bei einem erneuten B-Verstoß kann sich die Probezeit um bis zu zwei Jahre verlängern. Außerdem kann es sein, dass der Fahranfänger an einem Aufbauseminar teilnehmen muss. Die Kosten dafür muss er selbst tragen.

Gut zu wissen: Vergehen gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) in der Probezeit werden in zwei Kategorien eingeteilt

  • schwerwiegende Vergehen (A-Verstöße)
  • weniger schwerwiegende Vergehen (B-Verstöße)

Ausnahmen für Sommerreifen im Winter

Wer sein Auto mit Sommerreifen bei Schnee und Frost auf der Straße dauerhaft parkt, braucht keine Strafe zu befürchten – das ist erlaubt. Ein Fahrzeughalter, der für sein Cabrio im Januar einen Termin für die HU/AU hat, sollte in puncto Fahrsicherheit jedoch vorsichtig sein: Wenn er einen Tag abwartet, an dem die Straßen schneefrei und nicht glatt sind, kann er zwar mit Sommerreifen im Winter zur HU/AU fahren. Denn laut StVO ist die Pflicht zur Verwendung von Winterreifen immer an das Fahren bei winterlichen Verhältnissen gekoppelt. Dennoch ist die Bodenhaftung mit Sommerreifen nicht optimal, wenn die Temperaturen unter sieben Grad fallen.

Zahlt die Versicherung bei Sommerreifen im Winter?

Panne mit Sommerreifen im Winter

Fahren ohne Winterreifen ist nicht nur strafbar, sondern kann sich auch auf den Versicherungsschutz auswirken. Verursacht ein Autofahrer mit Sommerreifen im Winter bei Schnee einen Unfall, kann die Versicherung sich weigern, für die entstandenen Schäden aufzukommen. Allerdings muss sie dem Fahrer grobe Fahrlässigkeit nachweisen.

Die Versicherung geht von grober Fahrlässigkeit aus, wenn zum Beispiel nach tagelangem Schneefall und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ein Autofahrer immer noch mit Sommerreifen losfährt.

Ist der Geschädigte eines Unfalls selbst mit Sommerreifen im Winter unterwegs, kann ihm sogar eine Teilschuld zugesprochen werden – selbst wenn er den Unfall nicht direkt verursacht hat. Dann kann es sein, dass er auf einem Teil seiner Kosten sitzen bleibt.

Das ist zu tun bei plötzlichem Schneefall

Sobald die Temperaturen ab April wieder steigen, ziehen die meisten Autofahrer in Deutschland Sommerreifen auf. In dieser Jahreszeit kann es jedoch immer noch zu einem plötzlichen Wintereinbruch kommen. In höher gelegenen Gegenden kann es dann glatt werden. Doch wie gefährlich ist es wirklich, mit Sommerreifen im Winter zu fahren?

Wegen ihres härteren und weniger ausgeprägten Profils geraten Sommerreifen auf schneebedeckter Fahrbahn schnell ins Rutschen. Außerdem verlängern sich die Bremswege. Die härtere Gummimischung wird bei niedrigen Temperaturen schnell brüchig.

Am besten ist es, gar nicht erst mit Sommerreifen loszufahren, wenn man in der Übergangszeit sicher zum Beispiel in Bayern ankommen will. Durch die Nähe zu den Bergen wechselt das Wetter häufig plötzlich – und es drohen Frost oder Neuschnee. Werden Sie trotzdem mit Sommerreifen vom Winter überrascht, helfen diese Tipps:

  • Auf Hauptverkehrsstraßen und Autobahnen fahren, da diese als erste geräumt werden
  • Die Geschwindigkeit sofort anpassen
  • Ausreichend Abstand zum Vordermann halten
  • Keine heftigen Lenkbewegungen machen
  • Langsam bremsen und beschleunigen, damit das Auto nicht ausbricht
  • Vor Kurven vom Gas gehen
  • Mit einem längeren Bremsweg mit Sommerreifen bei Schnee rechnen
  • Gerät das Fahrzeug ins Rutschen, in den Leerlauf schalten und von der Bremse gehen

 

Tipp: Vor Antritt einer längeren Fahrt sollte das Profil der Reifen kontrolliert werden: Winter-, Sommer- und Ganzjahresreifen müssen eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern haben. Die Sicherheitsexperten vom ADAC empfehlen allerdings eine Mindestprofiltiefe von drei Millimetern für Sommerreifen und von vier Millimetern für Winterreifen.

Auto mit Sommerreifen im Winter

Sommerreifen im Winter billiger kaufen?

Wer neue Sommerreifen benötigt, will den richtigen Zeitpunkt für den Kauf nicht verpassen. Deshalb überlegen viele Fahrzeughalter, ob sie neue Sommerreifen im Winter kaufen sollen. Die Überlegung dahinter: Da die Nachfrage dann am geringsten ist, könnten sie günstiger sein. Das muss jedoch nicht so sein. Bei Vergölst profitieren Sie das ganze Jahr von guten Angeboten – auch im Frühjahr. Gut zu wissen: Kurz vor der Sommersaison erscheinen die Ergebnisse der großen Sommerreifen-Tests zum Beispiel vom ADAC oder von verschiedenen Fachmagazinen. Lesen Sie hier die Ergebnisse der Sommerreifen Tests 2019.

Der Vergölst Online-Shop bietet das ganze Jahr über hochwertige und günstige Sommerreifen verschiedener Hersteller und in allen gängigen Dimensionen:

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