Monteur bei der Reifenreparatur
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Reifen-Reparatur – was Sie wissen sollten

Den Bordstein gerammt oder über einen spitzen Gegenstand gefahren: Ein Reifenschaden kann bei jedem Pneu vorkommen. Selbst ein kleiner Riss erfordert schnelles Handeln, um weiterhin sicher unterwegs zu sein. Was zu tun ist, wenn tatsächlich ein Nagel oder eine Schraube im Reifen stecken und wann eine Reifen-Reparatur sinnvoll ist, erfahren Sie hier.

KANN MAN SELBST REIFEN REPARIEREN?

Eine Reifenpanne ist ein großes Ärgernis für Autofahrer. Und es kann jeden Reifen treffen: neue Pneus, die mit zu wenig oder zu viel Druck gefahren werden, genauso wie ältere Reifen. Letztere sind anfälliger für Pannen, da die Gummimischung mit der Zeit weniger elastisch ist und die Reifen porös und spröde werden. So kann ein spitzer Gegenstand wie ein Nagel oder eine Scherbe leichter in den Reifen eindringen.

Das Reifenreparaturset für den Notfall

Eine Reifen-Reparatur ist grundsätzlich sowohl bei Autoreifen als auch bei Motorradreifen möglich. Dabei macht es auch keinen Unterschied ob es sich um Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen handelt. Kleinere Beschädigungen, die unterwegs auftreten, lassen sich notdürftig mithilfe eines Reparatur-Kits beheben. Solche Sets liegen bei vielen Autos im Kofferraum und kosten zwischen 5 und 30 Euro im Handel.

Bei einem kleineren Reifenschaden mitten in der Nacht auf der Autobahn ist das Reifen-Reparatur-Set schnell zur Hand und lässt sich einfach anwenden. Mit dem flüssigen Reifendichtmittel lässt sich ein kleiner Riss in der Lauffläche rasch verschließen. Eine Weiterfahrt ist schneller möglich, als wenn man einen Ersatzreifen aufziehen muss.

Werkzeuge für die Reifenreparatur

So gehen Autofahrer vor, wenn sie mit dem Reparatur-Spray ein kleines Loch stopfen:

  • Den Gegenstand, der im Reifen steckt, entfernen.
  • Die Luft vollständig aus dem Reifen ablassen.
  • Das Spray gut schütteln, damit es nicht zu dickflüssig ist und sich gut verteilt.
  • Die Mischung in das Ventil des Reifens sprühen. Sie verteilt sich im Inneren und härtet aus. So verschließt sie das Loch.
  • Mit einem Kompressor den Reifen aufpumpen und prüfen, ob der Reifen dicht ist.
  • Langsam und vorsichtig weiterfahren.


Der nächste Weg muss dann allerdings zum Reifenhändler oder in die Autowerkstatt in der Nähe führen. Der Grund: Ein platter Reifen, der mit einem Reparatur-Set geflickt wurde, ist nur für die langsame Fahrt in die nächste Werkstatt zugelassen.

Hinweis: Hat man das Reparatur-Spray einmal angewendet, kann der Reifen danach nicht mehr repariert werden – auch nicht in der Werkstatt. Damit ist die Entscheidung für die Entsorgung des Reifens und den Kauf eines neuen gefallen. Soll nach einer Panne der Pkw-Reifen repariert werden, ist es besser, das Reserve- oder Notrad aufzuziehen.

Das ist bei Ersatz- und Noträdern zu beachten

Ersatzreifen sind vollwertige Reifen mit denselben Eigenschaften wie alle anderen Pneus am Fahrzeug. Not- oder Sparräder unterscheiden sich jedoch von diesen. In vielen Neufahrzeugen ist heute anstelle eines Ersatzreifens oder Reserverads nur ein Notrad vorhanden. Es ist etwas kleiner als ein normales Reserverad. Das spart Platz und Gewicht im Fahrzeug.

Im Falle einer Panne ist es wichtig zu wissen: Das Notrad darf nur vorübergehend eingesetzt werden, zum Beispiel für die Fahrt bis zur nächsten Werkstatt. Außerdem sollte der Fahrer nicht schneller als 80 km/h damit unterwegs sein.
Tipp: Noträder für einen Pkw benötigen einen Luftdruck von etwa vier bar, um die Tragfähigkeit zu garantieren. Deshalb sollte der Luftdruck alle vier Wochen geprüft werden. Dann ist das Rad im Notfall schnell einsatzbereit.

Ersatzreifen aufziehen - so geht’s

Will ein Fahrer seinen beschädigten Reifen noch retten und in einer Werkstatt zur Reparatur bringen, sollte er einen Ersatzreifen aufziehen. Diese Schritte sind dabei wichtig

  • Handbremse anziehen und ersten Gang einlegen.
  • Reparatur-Werkzeug bereitlegen: Wagenheber, Radmuttern- oder Drehmomentschlüssel, kleines Brett zum Unterlegen, falls der Untergrund weich ist.
  • Ersatz- oder Notrad aus dem Kofferraum holen.
  • Radkappe abnehmen.
  • Radmuttern ein wenig lösen.
  • Wagenheber auf Brett aufsetzen (bei weichem Untergrund) und Fahrzeug anheben.
  • Radmuttern vollständig abschrauben.
  • Plattes Rad abnehmen.
  • Reserve- oder Notrad aufsetzen und Radmuttern anschrauben.
  • Fahrzeug ablassen.
  • Radmuttern über Kreuz anziehen.
  • An der nächsten Tankstelle den Luftdruck prüfen und die Radmuttern noch einmal nachziehen.
Reifenkonfigurator

Reifenkonfigurator

LASSEN SICH RUNFLAT-REIFEN REPARIEREN?

Mit Runflat-Reifen ist es möglich, im Falle einer Panne selbst ohne Reifendruck in die nächste Werkstatt zu fahren. Praktisch: Der Fahrer muss weder einen Ersatz- oder Notreifen aufziehen noch ein Reparatur-Kit verwenden. Die speziellen Pneus bestehen aus einer hitzeresistenten Gummimischung mit verstärkten Seitenwänden. Auch, wenn der Runflat-Reifen Druck verliert, bleibt die Stabilität zunächst erhalten.

Runflat-Reifen können grundsätzlich repariert werden. Da diese Reifen teurer sind als Standardmodelle, macht eine Reifen-Reparatur hier Sinn. Allerdings sind die Möglichkeiten bei Runflat-Reifen eingeschränkter. Nur sehr kleine Schäden an der Lauffläche können behoben werden. Sicherheitsprofis raten dazu, bei schnelleren Reifen bis 300 km/h nur Schäden an der Lauffläche zu reparieren, die höchstens drei Millimeter groß sind.  

Und wie lange dauert es, einen Auto-, Motorrad- oder LKW-Reifen reparieren zu lassen? Das hängt von der Größe des Reifenschadens ab. Ist nur die Lauffläche betroffen, geht es schneller. Wenn auch der Reifenzwischenaufbau beschädigt ist, dauert es länger den Schaden zu beheben, da der Reifen auch von innen repariert werden muss. Erfolgt eine Reparatur mittels Warm- oder Heißvulkanisation muss man mit mindestens zwei Stunden rechnen.

Was ist bei einer Reifen-Reparatur erlaubt?

Grundsätzlich dürfen keine Reifenarten oder -marken – weder für Pkw noch für Motorräder – von der Reparatur ausgeschlossen werden. Der jeweilige Reifenhersteller kann jedoch besondere Vorgaben für die Reparatur machen.

Die Vorschriften für eine Reifen-Reparatur sind hier klar: Die Richtlinie 6 des § 36 der StVZO legt fest, was bei einer Reparatur erlaubt ist – von der „Beurteilung der Reifenschäden“ bis zur „Instandsetzung von Luftreifen“. Bei Autoreifen können zum Beispiel Stichverletzungen im Bereich der Lauffläche von einer Größe bis zu sechs Millimetern repariert werden. Bei Motorradreifen muss der Schaden im mittleren Bereich der Lauffläche sein – nur dann kann der Profi den Reifen flicken.

Wo kann man Reifen reparieren lassen?

Egal, ob Sie Ihren Motorradreifen oder Autoreifen reparieren lassen möchten: In einer Fachwerkstatt kann ein beschädigter Autoreifen geflickt oder aufgearbeitet werden. Bei einem eingefahrenen Nagel oder einer Schraube im Reifen kann der Autoreifen nach der Reparatur in den meisten Fällen weitergefahren werden. Wichtig ist, dass der Nagel oder die Schraube nicht selbst aus dem Reifen entfernt werden, um das Loch im Reifen zu reparieren. Dadurch bleibt die Luft im Reifen und man kann noch bis zur nächsten Werkstatt fahren. Autofahrer sollten langsam fahren und sorgfältig auf den Luftdruck im Reifen achten. Verliert der Reifen Luft, muss an der Tankstelle nachgefüllt werden.

Nicht immer ist es nur eine eingefahrene Schraube: Manchmal müssen Reifen repariert werden, weil die Seitenfläche beschädigt ist. Dann ist auch eine Felgenreparatur notwendig. Auch bei einem Reifenschaden an der Flanke legt am besten der Experte Hand an.

In der Werkstatt montiert der Reifenfachmann zunächst den Reifen von der Felge ab und begutachtet den Schaden. Dann entscheidet er, ob eine Reifen-Reparatur überhaupt möglich ist oder ob man einen neuen Reifen benötigt.

Ist eine Reparatur noch möglich, geht der Fachmann wie folgt vor:

  • Er bohrt den Schadenskanal auf und säubert ihn.
  • Mit einem Füllmaterial aus Gummi verschließt er das Loch per Vulkanisation.
  • Falls nötig, bringt er von innen ein Reparaturpflaster an.
  • Ist der Reifen fertig repariert, zieht er ihn wieder auf die Felge auf.
  • Zum Schluss wuchtet er den Reifen aus, da durch das Pflaster eine Unwucht entstehen kann.

In welchen Fällen ist eine Reifen-Reparatur nicht möglich?

Nicht immer lässt sich ein Reifenschaden in einer Werkstatt beheben. In diesen Fällen können auch Reifenprofis den Reifen nicht flicken oder raten dringend von einer Reparatur ab:

  • Der Fahrer ist längere Zeit mit zu wenig Reifendruck gefahren. Dadurch kann es auch zu Schäden an den Innenseiten des Reifens kommen. Ist das der Fall, ist eine Reparatur nicht mehr möglich.
  • Stecken eine Schraube oder ein Nagel in der Lauffläche des Reifens und ist das Loch größer als sechs Millimeter im Durchmesser, kann der Experte dieses nicht mehr mittels Vulkanisation stopfen.
  • Hat der Fahrer ein Reparatur-Spray oder ein anderes Dichtungsmittel benutzt, ist eine fachgerechte Reparatur ausgeschlossen.
  • Wenn sich zum Beispiel eine Schraube in die Seitenwand und nicht in die Lauffläche gebohrt hat, repariert der Fachmann den Reifen nicht mehr.

Reifen reparieren lassen oder neu kaufen?

Neue Reifen sind teuer. Deshalb macht es in vielen Fällen Sinn, eine Werkstatt zu kontaktieren und dort die beschädigten Autoreifen reparieren zu lassen. Laut dem ADAC ist eine Reparatur durch den Fachmann in diesen Fällen grundsätzlich zu empfehlen:

  • Der Reifen ist relativ neu und hat noch ein Profil, das deutlich über der Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern liegt.
  • Bei Fahrzeugen mit Allradantrieb müssten sonst alle vier Reifen ersetzt werden, um die Fahreigenschaften zu erhalten.
  • Der Schaden wurde kurz nach der Entstehung entdeckt und es wurde nicht lange mit geringem Luftdruck gefahren.
  • Die Beschädigung ist nicht zu groß und beschränkt sich nur auf einen bestimmten Bereich des Reifens. Ein zerfetzter Reifen kann nicht repariert werden.
Reifen Reparatur in der Werkstatt

Was kostet eine Reifen-Reparatur?

Die Kosten für eine Reparatur liegen deutlich unter den Kosten für einen neuen Reifen. Ab etwa 20 Euro ist eine Reifen-Reparatur in der Werkstatt möglich. Um einen Motorrad-, Lkw- oder Pkw-Reifen zu flicken, wird die Methode der Vulkanisation angewendet. Dabei ist die Warm- oder Heißvulkanisation etwas teurer als die Kaltvulkanisation - sie kostet um die 40 Euro.

Um einen Reifen zu vulkanisieren, setzt der Reifenprofi einen Gummistopfen in das Loch oder den Riss ein. Mithilfe eines Vulkanisationsmittels, das erhitzt wird, verbindet sich der Stopfen mit dem Reifen: Das Loch oder der Riss werden geschlossen. Ein zertifizierter Vulkanisateur weiß zum Beispiel, ob der Reifen mittels einer Kalt- oder einer Heißvulkanisation geflickt werden kann.

Dürfen Hochgeschwindigkeitsreifen repariert werden?

Früher war es verboten, Hoch- und Höchstgeschwindigkeitsreifen zu reparieren. Nur Reifen bis zu einer Geschwindigkeit von 210 km/h (sogenannte H-Reifen) durften die Profis in einer Werkstatt flicken - je nach Art und Stelle der Beschädigung.

Heute ist eine Reifen-Reparatur selbst bei Pneus mit dem Geschwindigkeitsindex V, W und Y bis zu 300 km/h möglich. Die Reifenprofis in der Werkstatt entscheiden, ob eine Reparatur bei Y- oder V-Reifen Sinn macht. Wenn sie sich für eine Reparatur entscheiden, muss auch der reparierte Pneu allen Anforderungen wie Tragfähigkeit und Höchstgeschwindigkeit entsprechen.

Wo kann man Autoreifen reparieren lassen?

Vergölst bietet günstige Reifen-Reparatur in Ihrer Nähe - an vielen Standorten in ganz Deutschland. Zum Beispiel in diesen Großstädten:

Autowerkstatt in Berlin

Autowerkstatt in Frankfurt

Autowerkstatt in Hamburg

Autowerkstatt in Köln

Autowerkstatt in München

Autowerkstatt in Nürnberg

Autowerkstatt in Hannover

Autowerkstatt in Düsseldorf

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