Reifendruck messen: Der richtige Reifendruck bei Pkw

Hochwertige Reifen sind wichtig, aber nur die halbe Miete. Auch der Reifendruck hat erheblichen Einfluss auf Komfort, Fahreigenschaften, Sicherheit und Kraftstoffverbrauch. Die Pneus können noch so leistungsfähig und robust sein, wenn der Reifendruck am Auto nicht stimmt, leidet die Fahrstabilität erheblich.

Warum ist der richtige Reifendruck so wichtig?

Abweichungen beim Reifenluftdruck können geringfügige bis schwerwiegende Folgen haben. 

Zu geringer Reifendruck am Auto…

  • wirkt sich negativ auf die Fahreigenschaften aus. Das Fahrzeug fährt dann unter Umständen weniger stabil, reagiert verzögert auf Lenkbewegungen, bremst schlechter und hat weniger Bodenhaftung. Letzteres kann insbesondere beim Fahren auf nasser Straße zum Tragen kommen und beispielsweise bei Aquaplaning zu gefährlichen Fahrsituationen führen.
  • führt zu erhöhtem Kraftstoffverbrauch und vermeidbarer Umweltbelastung.
  • bewirkt aufgrund der vergrößerten Auflagefläche und des stärkeren Rollwiderstands einen teils erheblich erhöhten Reifenverschleiß. Laut ADAC hat beispielsweise ein geringer Druck, der den Sollwert um 0,4 bar unterschreitet, eine um etwa 30 Prozent geringere Laufleistung zur Folge.
  • kann dazu führen, dass sich die Reifen während der Fahrt zu stark erhitzen und so ihre positiven Eigenschaften verlieren oder sogar erheblichen Schaden nehmen.
  • ruft in der Tendenz häufiger mechanische Schäden hervor, da sich der Reifen stärker verformt.

Zu hoher Reifendruck am Auto…

  • kann aufgrund der geringeren Auflagefläche dazu führen, dass der Reifen weniger Seitenführungskräfte in Kurven aufbaut.
  • wirkt sich negativ auf den Fahrkomfort aus. Neben dem Fahrwerk des Fahrzeugs übernimmt auch der Reifen einen Teil der Dämpfung. Daher kann gelten: Je höher der Druck, desto stärker nehmen Fahrer und Passagiere Fahrbahnunebenheiten wahr.
  • hat aufgrund der fehlenden Dämpfung durch den Reifen eine stärkere Belastung der Fahrwerkskomponenten zur Folge.
Reifenkonfigurator

Reifenkonfigurator

Motorradreifen

Reifendruck Motorrad

Wohnwagen

Reifendruck Wohnwagen

Welchen Reifendruck braucht Ihr Fahrzeug?

In der Regel wird Reifenluftdruck in Bar angegeben. Eher selten werden die Einheiten Kilopascal (kPa) und pound per square inch (psi) hierzulande verwendet. Falls doch, können diese Werte schnell in Bar umgerechnet werden: 100 kPa und 14,5 psi entsprechen jeweils einem Bar.

Orientierung bieten die Angaben zum korrekten Reifendruck, die der Auto- oder Motorradhersteller für das entsprechende Fahrzeugmodell empfiehlt. Diese Herstellervorgaben (in Abhängigkeit von der jeweiligen Beladung des Fahrzeugs) sind in der Regel am Türholm, an der Innenseite des Tankdeckels und in der Bedienungsanleitung eines Pkws in Form einer Reifendrucktabelle zu finden. Bei Motorrädern empfiehlt sich ebenfalls der Blick in die Betriebsanleitung.

Alternativ hilft die Continental-Reifendrucktabelle weiter.

Spezialfall Winterreifen: Da Winterreifen häufig noch bei Plusgraden aufgezogen werden, sollten hier die mitunter deutlich niedrigeren Temperaturen des bevorstehenden Winters berücksichtigt und ein geringfügig höherer Luftdruck gewählt werden.

Ohnehin ist es gängige Praxis, einen Druck zu wählen, der bis zu 0,2 bar über den vorgegebenen Reifendruckwerten liegt. Innerhalb dieses Rahmens reduziert sich der Rollwiderstand des Reifens, ohne im Alltag spürbare Einbußen beim Komfort hervorzurufen.

Mehr Informationen zum richtigen Reifendruck für Winterreifen.

Reifendruck richtig messen

Luft hat die Eigenschaft sich bei steigenden Temperaturen auszudehnen und bei sinkenden Werten zusammenzuziehen. Der Reifendruck variiert folglich je nach Temperatur der Reifen und der Umgebung.

Daher sollte der Luftdruck nicht überprüft werden, wenn die Reifen stark erwärmt sind. Das ist etwa nach längeren Fahrten oft der Fall. In diesen Fällen erscheint der Reifendruck meist zu hoch, beziehungsweise höher als der tatsächliche Messwert im abgekühlten Zustand. 

Zum Prüfen des Luftdrucks von Autos und Motorrädern eigenen sich sogenannte Reifentester beziehungsweise Reifenprüfer sowie spezielle Reifenfüllmessgeräte, wie man sie an nahezu jeder Tankstelle vorfindet. Letztgenannte Hilfsmittel geben die Möglichkeit, bei Abweichungen von Sollwert direkt den Reifenluftdruck zu erhöhen.

Beim Befüllen des Reifens ist unbedingt darauf zu achten, dass nicht zu viel Luft entweicht, wenn der Schlauch vom Ventil abgezogen wird. Das würde zu einer Abweichung vom zuvor gemessenen Druck führen. Außerdem sollten die Ventilkappen nach dem Befüllen der Reifen wieder fest aufgeschraubt werden, um Undichtigkeiten durch das Eindringen von Schmutz und Staub am Ventil zu verhindern.

Reifendruck regelmäßig prüfen

Aufgrund der Luftdurchlässigkeit von Gummi sinkt durch Diffusion der Luftdruck mit der Zeit. Daher ist es empfehlenswert den Reifendruck in regelmäßigen Intervallen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. So lässt sich auch ein schleichender Plattfuß infolge von Undichtigkeiten und kleineren Beschädigungen frühzeitig erkennen und ein Reifenplatzer während der Fahrt verhindern.

Grundsätzlich kann dazu geraten werden, etwa alle zwei Wochen eine Reifendruckkontrolle durchzuführen. Steht eine längere Fahrt oder die Urlaubsreise mit dem eigenen Auto an, sollte zudem eine außerplanmäßige Überprüfung durchgeführt werden. Generell sollte – falls vorhanden – das Reserverad bei der Inspektion des Reifenluftdrucks nicht vergessen werden.

Was hat es mit dem Reifendruckkontrollsystem auf sich?

Seit November 2014 gilt in Europa die verbindliche Vorschrift, dass alle neu zugelassenen Autos und Wohnmobile (EG-Fahrzeugklassen M1 und M1G) mit einem sogenannten TPMS (tire-pressure monitoring system) ausgestattet sein müssen. Bei TPMS (auch RDKS genannt) handelt es sich um automatische Reifendruck-Kontrollsysteme, die darüber informieren, wenn sich der Luftdruck eines oder mehrerer Reifen verändert.

Dabei gilt es, zwei unterschiedliche Konzepte zu unterscheiden:

  • Indirekte Messung: Weder Felgen noch die Reifen selbst verfügen über einen Sensor zum Messen des Luftdrucks. Der Luftdruck wird indirekt über den Abrollumfang des Reifens bestimmt.
  • Direkte Messung: Exakte Messung mit Drucksensoren an den Ventilen, im Inneren des Reifens oder an der Felge.
Reifendruck

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