Niederquerschnittsreifen – Vorteile und Nachteile

Um eine Reifengröße zu beschreiben, ist das Verhältnis zwischen Höhe und Breite des Reifens von Bedeutung. Eine besondere Kategorie wird hierbei als Niederquerschnittsreifen bezeichnet – auch bekannt als Reifen mit flachen Flanken. Dabei beträgt das Querschnittsverhältnis der Breitreifen weniger als 80 bzw. 50 Prozent. Wir erklären Ihnen, welche Auswirkungen das auf Ihr Auto hat und welche Vorteile Niederquerschnittsreifen mit sich bringen.

Was sind Niederquerschnittsreifen?

Profilhöhe, Reifenbreite und Felgendurchmesser – diese Parameter sind ausschlaggebend, um die Größe der Reifen zu bestimmen. Bei der Profilhöhe handelt es sich um das Verhältnis zwischen der Höhe und Breite des Reifenquerschnitts. Dieses Verhältnis ist kein absoluter Wert, sondern beschreibt eine prozentuale Abhängigkeit: So hat ein Reifen mit den Abmessungen 205/55 R16 eine Reifenbreite von 205 mm, während die Höhe der Flanke 55 Prozent der Breite beträgt. Da das Verhältnis unter 80 Prozent liegt, wird er als Niederquerschnittsreifen oder auch Breitreifen bezeichnet.

Reifenkonfigurator

Reifenkonfigurator

Continental Winterreifen

Reifenbezeichnung

Vor- und Nachteile von Niederquerschnittsreifen

Während früher die 80er Serie zur Standardgröße zählte, stellen mittlerweile die meisten Hersteller Breitreifen mit einem Profil unter 80 her. Daher spricht man heute oft erst dann von einem Niederquerschnittsreifen, wenn die Querschnittshöhe unter 50 Prozent liegt. Doch welche Vorteile ergeben sich dadurch für Ihr Auto?

Bereits in der Optik unterscheiden sich Niederquerschnittsreifen von Standardreifen aufgrund ihres sportliches Designs, da unter anderem das Aufziehen größerer Felgen möglich ist. Dank der größeren wirksamen Aufstandsfläche und der damit verbundenen breiteren Lauffläche können außerdem höhere Kräfte übertragen werden. Das führt zu zahlreichen technischen Vorzügen beim Fahren:

  • Erhöhte Stabilität selbst auf nasser Fahrbahn
  • Hervorragende Bremsleistung
  • Präzise Lenkung und idealer Halt in Kurven
  • Sicherheit bei Aquaplaning dank Profilierung
  • Traktion bei Schnee durch Lamellen

Mit Niederquerschnittsreifen können Sie somit problemlos auf trockenen sowie nassen Straßen fahren und profitieren von maximaler Sicherheit. Bei ausgeglichenem Fahrstil und sorgfältiger Pflege überzeugen die Reifen mit einer hohen Lebensdauer, die mit Standardreifen gleichziehen kann.

Pkw mit Niederquerschnittsreifen auf sommerlicher Stadtautobahn

Negative Aspekte der Breitreifen

Niederquerschnittsreifen sind meist teurer als klassische Pkw-Reifen. Ein weiterer Nachteil ist der Komfortverlust, da die Federung aufgrund der geringeren Flankenhöhe schwächer ausfällt. Je nach Zusammensetzung des Materials kann es bei Breitreifen auch zu erhöhtem Verschleiß, mehr Kraftstoffverbrauch und lauteren Abrollgeräuschen kommen.

Durch extrem niedrige Seitenwände kann es des Weiteren schnell passieren, dass der Breitreifen oder die Felge beim Zusammenstoß mit einer Bordsteinkante beschädigt werden. Dieses Risiko kann mit einer sogenannten Felgenschutzkante, einem speziellen Flankenschutz, reduziert werden. Wird die Flankenhöhe nur minimal reduziert, überwiegen die Vorteile der Niederquerschnittsreifen und ermöglichen eine sichere Fahrt mit ausgezeichnetem Komfort.

Was ist beim Kauf von Reifen mit geringem Querschnitt zu beachten?

Vergölst Reifenberatung

Die Orientierung am Geschwindigkeitsindex sollten Sie beim Erwerb von Breitreifen nicht vergessen. So können Sie mit Hilfe des Speed Index (SI) feststellen, wie schnell Sie mit Ihren Reifen fahren können.

Der Index darf dabei höher sein, als die im Fahrzeugschein eingetragene Kennzeichnung bzw. Höchstgeschwindigkeit. Er darf diese Vorgabe in der Regel jedoch nicht unterschreiten – die einzige Ausnahme sind Winterreifen. Hier können Sie auch auf Reifen zurückgreifen mit einem geringeren Index, sprich einer geringeren Höchstgeschwindigkeit. Bedenken Sie aber, dass Sie nicht schneller als die zulässige Geschwindigkeit fahren dürfen.

Ideal für Sportwagen und Tuning-Liebhaber, überzeugt der Reifen nicht nur durch seine sportliche Optik, sondern ermöglicht auch sicheres Fahren auf nasser und trockener Fahrbahn.

Bei der Umrüstung müssen Sie einige Vorgaben beachten. Unter anderem sollte ausreichend Platz zwischen Reifen und Kotflügel bestehen, damit keine Probleme beim Lenken oder bei der Mechanik entstehen.

Achten Sie sorgfältig auf die Fahrzeugspezifikation bezüglich Last und Geschwindigkeit.

Überprüfen Sie zusätzlich den Abrollumfang und die Felgenbreite gemäß den Empfehlungen der ETRTO (Europäische Reifen- und Felgen-Sachverständigenorganisation).

Reifendruck bei Niederquerschnittsreifen

Ebenso wie normale Reifen benötigen auch Niederquerschnittsreifen einen gewissen Reifendruck. Bei diesen speziellen Modellen ist es jedoch umso wichtiger, dass Sie die Angaben des Herstellers genau einhalten. Ein zu hoher Druck führt zu schlechterem Fahrkomfort, wohingegen ein niedrigerer Druck den Reifen aufgrund von Überhitzung beschädigen kann.

Bei exakter Anpassung des Drucks und den engen Kontakt zum Fahrzeug hat der Fahrer eine größere Kontrolle über das Auto. So wird das Fahrgefühl verbessert und das Fahrzeug ist dank einer größeren Auflagefläche leichter zu steuern.

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