Mischbereifung am Auto – Beratung bei Vergölst

Normalerweise sind gemäß der Fahrzeugpapiere für jedes Auto spezifische Reifen vorgesehen. Autofahrer können sich deshalb einfach nach den Vorgaben ihrer Papiere richten und im Sommer beziehungsweise Winter jeweils entsprechende Saisonreifen auf die Felgen ziehen lassen. Doch gerade Autoliebhaber experimentieren neuerdings auch mit der sogenannten Mischbereifung: Eine Technik, bei der Reifen unterschiedlicher Größen, Wettertauglichkeit oder Profiltiefen gemeinsam verwendet werden. Doch was sind die Vorteile einer Mischbereifung? Und ist sie überhaupt legal?

Mischbereifung – Was ist das überhaupt?

Eine sogenannte Mischbereifung liegt vor, sobald ein Fahrzeug eine Bereifung aufweist, die an jeder Achse unterschiedlich ausfällt. Hierzu werden Reifen verschiedener Bauart miteinander kombiniert. Häufig verwendete Kombinationen stellen beispielsweise folgende Mischbereifungen dar:

  • Sommerreifen + Winterreifen und/oder Ganzjahresreifen
  • Radialreifen + Diagonalreifen
  • Verschiedene Größen und Breiten der Reifen
  • Reifen unterschiedlicher Hersteller oder Modell-Bezeichnungen
  • Spezialreifen + Standardreifen
  • Unterschiedliche Profiltiefen oder Strukturen des Profils an jeder Achse

Bei all diesen Möglichkeiten der Mischbereifung stellen sich jedoch zwei wichtige Fragen: Welche Kombinationen sind sinnvoll für Ihr Fahrzeug und was ist laut Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) überhaupt zulässig?

Continental Winterreifen

Reifenbezeichnung

Welche Kombinationen sind erlaubt?

Grundsätzlich ist es zulässig, mit Mischbereifung zu fahren, wenn auf jeder spezifischen Achse – also beim Pkw der Vorder- oder Hinterachse – jeweils die gleichen Reifen montiert sind. Zulässig ist so beispielsweise eine Mischung aus Sommerreifen vorne und Winterreifen hinten. Genauso ist es häufig zulässig, verschiedene Rad- oder Reifengrößen zu mischen – jedoch nur, wenn dies laut Fahrzeugschein explizit genehmigt ist.

Tatsächlich sind laut StVZO ein Großteil der möglichen Reifenverbindungen erlaubt, solange die Reifen auf beiden Seiten der Achse gleichartig sind:

Kombination erlaubt verboten
Sommer- und Winterreifen x  
verschiedene Größe bzw. Breite der Reifen (soweit lt. Fahrzeugschein nicht ausdrücklich erlaubt)   x
Radial- mit Diagonalreifen   x
Spezialreifen (sog. Runflat-Reifen) mit Standardreifen x  
Reifen unterschiedlicher Hersteller oder Modell-Bezeichnungen x  
unterschiedliche Profiltiefen x  
Diese Zusammenstellung gibt Ihnen jedoch nur einen rechtlichen Anhaltspunkt für die prinzipielle Zulässigkeit der jeweiligen Kombinationen aus unterschiedlicher Bereifung. Um eine vollständige Gewährleistung – im Sinne des Rechts und der allgemeinen Verkehrssicherheit – zu garantieren, empfehlen wir Ihnen, einen genauen Blick in die Fahrzeugpapiere Ihres Pkw zu werfen. Welche Reifen an ihrem Wagen grundsätzlich zulässig sind und welche Ausnahmen oder Einschränkungen eventuell zu den Informationen der obenstehenden Tabelle gelten, lässt sich hier genau bestimmen.

Was bringt das überhaupt? Die Vor- und Nachteile von Mischreifen

Eine Mischbereigung erfolgt entweder aus optischen Gründen oder aus Gesichtspunkten der Konstruktion: Mischbereifung kann sinnvoll sein, wenn die Reifengröße an die unterschiedlichen Belastungen der Vorder- bzw. Hinterachse (Front- oder Heckantrieb) angepasst wird. Somit können hohe Antriebskräfte weitergeleitet und im gleichen Zug eine hohe Lenkpräzision sowie eine größere Fahrdynamik ermöglicht werden. 

Auch bei winterlichen Wetterbedingungen, bei denen in Deutschland eine entsprechende Bereifung mit Winterreifen am Fahrzeug vorgeschrieben ist, können Mischreifen eine sinnvolle Alternative zu konventioneller Bereifung darstellen. Wer sich beispielsweise nur auf einer Achse Winterreifen montieren lässt, spart Geld und Montagezeit.

Rein rechtlich gesehen, kann es bei einer Mischbereifung aus Sommer- und Winterreifen Auslegungssache der Rechtsprechung sein, ob die Vorgaben aus § 36 der StVZO auch durch die Reifen erfüllt werden. Mit identischen Reifen an allen Achsen sind sie hier zumindest davor sicher, die Eignung ihrer Bereifung gerichtlich feststellen lassen zu müssen.

Das Mischen von verschiedenen Reifen kann allerdings dazu führen, dass sich die Bremswirkung verschlechtert und demzufolge der Bremsweg verlängert wird. Auch die  Fahrstabilität kann durch unterschiedliche Reifen geringer werden. Wer beispielsweise Sommer- und Winterreifen kombiniert, geht das Risiko ein, dass entweder die Antriebs- oder die Lenkachse auf glatten Straßen weniger Grip hat. Bei Reifen mit unterschiedlichem Profil oder unterschiedlich großen Reifen kann wiederum ein erhöhtes Risiko von Aquaplaning entstehen, da diese Reifen nicht vom Hersteller aufeinander abgestimmt wurden.

Auto fahren Paar

Mischbereifung – Nur sinnvoll nach Beratung

Berater im Vergölst Fachbetrieb

Bei allen Vorteilen bestehen im gleichen Maß auch Nachteile, die es zu vermeiden gilt.

Um hier vorzubeugen, empfehlen wir Ihnen, sich nicht nur an den Richtlinien des Gesetzgebers zu orientieren, sondern einen Beratungstermin bei einer Vergölst-Filiale Ihres Vertrauens zu vereinbaren. So können wir individuell auf die Vorgaben für Ihr Fahrzeug und Ihre Ansprüche eingehen.

In einer solchen Beratung wird Ihnen nicht nur die rechtliche Seite erklärt, also welche Reifenkombinationen erlaubt sind, sondern vor allem eine detaillierte Aufklärung über Sicherheit, Fahrstabilität und die jeweiligen Auswirkungen verschiedener Reifen vermittelt.

Damit Sie sicher und mit Freude in Ihrem Pkw durch den Alltag und in den Urlaub kommen.

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